Bürgerkonferenz

Bürgerkonferenz

Im Rahmen des sozialwissenschaftlichen Projekts HyTrust zur Erforschung der Akzeptanz der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie in Deutschland wurde vom Unabhängigen Institut für Umweltfragen e.V. (UfU) im April und Mai 2011 die Bürgerkonferenz „Mobil mit Wasserstoff“ durchgeführt.

In einem gemeinsam verfassten Gutachten sprach sich eine klare Mehrheit der Bürgergruppe für die Einführung von Wasserstoffautos aus. Die Bürgerinnen und Bürger kamen zu der Einschätzung, dass Wasserstoffautos sicher sind.
Die Gruppe hatte die generelle Erwartung, dass keine Probleme bei der Haltung, Wartung und Benutzung der Fahrzeuge auftreten sollten. Das Probefahren von Wasserstoffautos konnte Bedenken ausräumen. Die Bürgerinnen und Bürger erlebten die die Autos als leise, mit guter Beschleunigung und einfacher Bedienung und konnten keine Unterschiede zu herkömmlichen Autos feststellen. Die derzeitigen Kosten von Wasserstoffautos wurden als zu hoch empfunden. Die Bürgergruppe band ihre Zustimmung zur Einführung von Wasserstofffahrzeugen deshalb unter anderem daran, dass ihnen als Kunden keine höheren Kosten in Anschaffung und Unterhaltung verglichen mit herkömmlichen Autos entstünden. Dauersubventionen für Wasserstoffautos wurden abgelehnt.

Die Mehrheit der Gruppe erwartete die Marktreife in drei bis neun Jahren, die restlichen Bürgerinnen und Bürger noch später. Die Umweltfreundlichkeit war aus Sicht der Bürgergruppe der entscheidende Mehrwert, den Wasserstofffahrzeuge gegenüber herkömmlichen Fahrzeugen haben. Klimaschutz wurde neben Abgasfreiheit als wichtigster Grund angesehen, Wasserstoffautos möglicherweise zu fördern. Es sollen nach Ansicht der Bürgergruppe herkömmliche Auto nicht „eins zu eins“ durch Wasserstoffautos ersetzt werden. Der Nahverkehr sollte gefördert und die Zahl der Autos auf den Straßen reduziert werden. Dabei sah die Grup-pe aber weiterhin Bedarf für den Individualverkehr in ländlichen Regionen.

Selbst wenn sich Wasserstoffautos als sinnvolle Alternative erweisen, sollten parallel weitere alternative Antriebsformen gefördert und herkömmliche Antriebe effizienter gemacht werden. Aber auch vom einzelnen Autofahrer wurden Änderungen seines Mobilitätsverhaltens erwartet. Die Nutzung von Wasserstoff im Energiebereich wurde als sinnvolle Option angesehen, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren und damit den Klimawandel zu begrenzen. Dazu muss nach Ansicht der Bürgerinnen und Bürger der Wasserstoff aus erneuerbaren Energien hergestellt werden. Als Königsweg wurde die Herstellung von Methan aus erneuerbarem Wasserstoff und CO2 aus der Luft benannt. Denn für die Nutzung von Methan stünden bereits Gasfahrzeuge und Gastankstellen in ausreichender Zahl zur Verfügung. Sollte die Option gewählt werden, aus erneuerbarem Wasserstoff Methan herzustellen, wäre auch die für Wasserstoff grundsätzlich bestehende Speicherproblematik gelöst. Methan könnte einfach in das bestehende Leitungsnetz für Erdgas eingespeist werden, so das Fazit der Gruppe. Die Wende im Energiesystem sollte weg von fossilen Energieträgern und der Atomenergie und hin zu erneuerbaren Energien führen.

Bericht zum Herunterladen

Wasserstoff als Treibstoff

"Ich bin davon überzeugt, meine Freunde, dass das Wasser dereinst als Brennstoff Verwendung findet, dass Wasserstoff und Sauerstoff, die Bestandteile desselben, zur unerschöpflichen und bezüglich ihrer Intensität ganz ungeahnten Quelle der Wärme und des Lichts werden. Das Wasser ist die Kohle der Zukunft."

(Cyrus Smith in Jules Vernes Roman "Die geheimnisvolle Insel", 1875)

Laufzeit des Projekts: September 2009 – August 2013

Projektleitung:
Unabhängiges Institut für Umweltfragen e.V. (UfU)
Greifswalder Straße 4
10405 Berlin
Tel.: 030-428 49 93-34
www.hytrust.de

Auftraggeber des Projekts ist das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung vertreten durch die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW).