30.09.2011

Internationale Konferenz für Wasserstoffsicherheit

Wasserstoff ist explosiv – das lernt jeder Schüler. Wie kann der Umgang mit dem Gas sicher gemacht werden? Dieser Frage gehen zahlreiche Experten an Forschungseinrichtungen in der ganzen Welt auf den Grund. Alle zwei Jahre treffen sie sich zum Erfahrungsaustausch auf der Internationalen Konferenz für Wasserstoffsicherheit, die in diesem Jahr vom 12. bis 14. September in San Francisco stattfand.

Mehr als 120 Teilnehmer stellten auf der vierten Konferenz dieser Art ihre Forschungsergebnisse vor. So wurde z.B. untersucht, unter welchen Bedingungen – Druck, Mischungsverhältnis, Temperatur – sich Wasserstoff selbst entzündet, in welcher Art und Weise mit Wasserstoff gefüllte Autogaragen explodieren, oder wie Wasserstofftankstellen in Brasilien lizensiert werden können. Insgesamt 118 Vorträge wurden in drei parallel ablaufenden Sessions präsentiert.

Zwei wesentliche Aspekte motivieren die Wissenschaftler zu ihren Forschungen: Einerseits sollen durch die Ergebnisse ihrer Versuche Standards erarbeitet werden, um international gleiche Grundlagen für die Nutzung von Wasserstoff und die Einführung entsprechender Technologien zu garantieren. Gleichzeitig unternehmen die Forscher alles, um zukünftigen Nutzern von Wasserstofftechnologien, wie z.B. Fahrern von Wasserstoffautos, die Angst vor der Technologie zu nehmen. Die Bedenken der Forschergemeinde sind groß, dass Wasserstoff als explosiv und die Technologie damit als unsicher angesehen werden könnte. Grund genug, diese vermeintlichen Vorbehalte zu untersuchen und mit den Sicherheitsexperten zu diskutieren.

Dr. René Zimmer und Jörg Welke vom Fachgebiet Ressourcenschutz und Landschaftsökologie des UfU konnten in San Francisco mit ersten überraschenden Ergebnissen aus dem HyTrust-Projekt aufwarten. Im Projekt HyTrust wird seit zwei Jahren untersucht, wie die Das vom UfU durchgeführte versucht mit zahlreichen Methoden einen Einblick in die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Der Tenor: Die Menschen haben keine besondere Angst vor der Technologie, erwarten allerdings, dass z.B. zukünftige Wasserstoffautos so sicher wie herkömmliche Autos sind. Ein Ergebnis, das die Sicherheitsexperten kaum glauben mochten, rechtfertigte doch bislang vor allem die vermutete große Skepsis in der Bevölkerung ihre Forschungen. „Mancher Sicherheitsforscher wird sich bei seinem nächsten Forschungsantrag wohl eine neue Argumentation einfallen lassen müssen, um die gesellschaftliche Bedeutsamkeit seiner Forschung zu begründen,“ meinte ein Teilnehmer in der anschließenden Diskussion.

Wasserstoff als Treibstoff

"Ich bin davon überzeugt, meine Freunde, dass das Wasser dereinst als Brennstoff Verwendung findet, dass Wasserstoff und Sauerstoff, die Bestandteile desselben, zur unerschöpflichen und bezüglich ihrer Intensität ganz ungeahnten Quelle der Wärme und des Lichts werden. Das Wasser ist die Kohle der Zukunft."

(Cyrus Smith in Jules Vernes Roman "Die geheimnisvolle Insel", 1875)

Laufzeit des Projekts: September 2009 – August 2013

Projektleitung:
Unabhängiges Institut für Umweltfragen e.V. (UfU)
Greifswalder Straße 4
10405 Berlin
Tel.: 030-428 49 93-34
www.hytrust.de

Auftraggeber des Projekts ist das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung vertreten durch die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW).