Das Wasserstoffauto kann kommen

Berlin, 19. März 2013: Fast alle Deutschen haben schon einmal von Wasserstoffautos gehört, die meisten sind davon begeistert. Sie haben keine Angst vor den Risiken, sind aber skeptisch was die Kosten und die Tankstellenversorgung betrifft. Wasserstoff soll einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten, indem er dezentral und aus erneuerbaren Energien hergestellt wird.

Das ist im Kern das Ergebnis der repräsentativen Bevölkerungsbefragung zum Thema Wasserstoffauto, die heute vom Unabhängigen Institut für Umweltfragen UfU vorgestellt wird. Im Rahmen des sozialwissenschaftlichen Projektes HyTrust wurden insgesamt mehr als 2500 Bürgerinnen und Bürger zu ihrer Meinung über die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie im Mobilitätsbereich befragt. Beauftragt wurde das Projekt von der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologe NOW.

Projektleiter Dr. René Zimmer vom UfU erklärt woher die Begeisterung kommt: „Das Wasserstoffauto hat die gleichen Vorzüge wie der gewohnte PKW und verspricht zusätzlich emissionsfreie Mobilität. Das bedeutet Autofahren mit gutem Gewissen.“ Daher sei es den Bürgern wichtig, dass der Wasserstoff, den die Fahrzeuge tanken, mit Hilfe erneuerbarer Energien gewonnen werde.

Sicherheitsbedenken haben die Deutschen keine. Sie vertrauen auf deutsche Ingenieurskunst, die Strenge des TÜV und die Gründlichkeit der Behörden. Wenn ein Wasserstoffauto die Straßenzulassung bekommt, so wird angenommen, dass es mindestens so sicher ist, wie alle anderen Fahrzeuge. 89 Prozent der Bevölkerung sagen: „Wenn Wasserstoffautos offiziell verkauft werden, gehe ich davon aus, dass sie sicher sind.“ Auch neben einer Wasserstofftankstelle zu wohnen würde sie nicht anfechten. Dieses Risiko wird nicht höher bewertet als bei einer herkömmlichen Tankstelle.

Skeptisch sind die Deutschen, ob es in absehbarer Zeit ein ausreichendes Netz von Wasserstofftankstellen geben wird und ob Wasserstoffautos bezahlbar sein werden. Zimmer: „Solange das Netz nicht aufgebaut ist, und die wahrscheinlichen Kosten eines Wasserstoffautos deutlich über denen  herkömmlicher Fahrzeuge liegen, bleibt die Kaufbereitschaft verhalten.“

Allerdings gebe es viel Zuversicht, was die Marktreife der Fahrzeuge angeht: „Drei von vier Befragten gehen davon aus, dass sie in den kommenden zehn Jahren ein solches Auto kaufen können“. Das gebe den Herstellern einen gewissen Spielraum für die Markteinführung, so Projektleiter Zimmer.

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Kontakt:
Jörg Welke
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit UfU e.V.
Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin
Tel: ++49-30-428 4993-36
Fax: ++49-30-428 00 485
joerg.welke(at)ufu.de
; www.ufu.de

Wasserstoff als Treibstoff

"Ich bin davon überzeugt, meine Freunde, dass das Wasser dereinst als Brennstoff Verwendung findet, dass Wasserstoff und Sauerstoff, die Bestandteile desselben, zur unerschöpflichen und bezüglich ihrer Intensität ganz ungeahnten Quelle der Wärme und des Lichts werden. Das Wasser ist die Kohle der Zukunft."

(Cyrus Smith in Jules Vernes Roman "Die geheimnisvolle Insel", 1875)

Laufzeit des Projekts: September 2009 – August 2013

Projektleitung:
Unabhängiges Institut für Umweltfragen e.V. (UfU)
Greifswalder Straße 4
10405 Berlin
Tel.: 030-428 49 93-34
www.hytrust.de

Auftraggeber des Projekts ist das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung vertreten durch die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW).